25-08-31 Wofür brennst du?
Wer Asche hütet, den hat sein Herz getäuscht und betört, sodass er sein Leben nicht erretten und nicht zu sich sagen wird: ist das nicht trug, woran meine Rechte sich hält? Jesaja 44,20
Zur Zeit des Propheten Jesaja brannte der Glaube an den lebendigen Gott in Israel nur noch auf kleiner Flamme - wenn überhaupt. Die Menschen hatten sich Götzenbilder angefertigt, verehrten diese und riefen sie um Hilfe an.
Jesaja versuchte ihnen die Augen zu öffnen, indem er sie fragte, warum sie vor einem Holzklotz niederknien würden. Vor einem Holzklotz! Den einen Teil des Baumes nahmen sie als Brennholz, um Essen zu kochen oder sich zu wärmen, den anderen Teil schnitzten sie zu einem Gottesbild und flehten es an: „Errette uns, denn du bist unser Gott!“
Sie erkannten nicht, dass alles, worauf sie sich verlassen hatten, nur Trug und Täuschung war. Ein Stück Holz konnte ihnen nicht helfen, konnte ihr Leben nicht retten.
Wir mögen heute über diese primitiven Vorstellungen lächeln. Dabei klammern wir uns ebenso an Holz, Stoff, Stein, Plastik und Metall, um glücklich zu werden. Wir verbringen mehr Zeit mit dem Computer als mit dem Wort Gottes. Wir chatten länger mit Leuten im Internet, als wir beten. Wir opfern unserem Haus Geld, Zeit und oft auch unsere Gesundheit. Wir investieren mehr in unsere Hobbys als in unsere Beziehung zu Jesus. Wir werfen mehr in den Rachen der Kosmetikindustrie, als wir für Not leidende Menschen geben, und wir beugen uns den Vorschriften der Modegöttin eher als dem Willen Gottes. Doch das alles kann uns nicht retten, kann uns kein Leben geben! Und wer meint, es würde ihn glücklich machen, der täuscht sich selbst. Der hütet nur Asche.
So ähnlich würde Jesaja vielleicht heute predigen, und wahrscheinlich würden wir nicht anders reagieren als die Menschen damals: Die einen mit grimmiger Zufriedenheit, weil endlich jemand die Wahrheit sagt, die anderen empört, weil sie sich auf den Schlips getreten fühlen, und manche würden sich sagen: „Vielen Dank für solche Predigten! Da bleibe ich nächstes Mal lieber zuhause.“
Was ist mit unserem Glauben, unserer Liebe zu Gott, unserer Hoffnung? Ist auch unser Feuer erloschen? Oder brennt es nur noch auf kleiner Flamme? Hüten auch wir nur noch Asche?
Siegfried Wittwer
© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung
Die hier wiedergegebene Andacht ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.