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25-08-24 Sei ehrlich!

Autor: kola 22.08.2025

Freikirche der Siebenten Tags Adventisten in Landshut _ schwarzer Bauer auf einem Schachfeld

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Epheser 4,25

"Empfindliche Wahrheit" heißt der Titel des Agententhrillers von John le Carré, den ich in meinem Urlaub mit Begeisterung gelesen habe. Er ist spannend bis zum Schluss. Wie häufig im Agentenmilieu geht es in diesem Buch um die Wahrheit: Was ist wirklich passiert? Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Ob sie am Ende dann ans Tageslicht kommt, ist nicht sicher.

Nicht nur in Romanen steht die Wahrheit nicht hoch im Kurs, auch in der Realität hat sie es schwer. Ich denke an Gerichtsverhandlungen oder die vielen Untersuchungsausschüsse in den Parlamenten. Die Wahrheit kommt selten zum Vorschein. Manche können sich nicht erinnern, andere interpretieren sie in ihrem Sinne. John le Carré vermutet, dass die Schuldigen „eine zu bittere Wahrheit“ nicht zugeben könnten. Für andere würde sie schlichtweg nicht ins Konzept passen. So bleibt die Wahrheit häufig im Dunkeln.

Bei Christen allerdings sollte das anders sein. Schon im neunten Gebot heißt es: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ (2 Mo 20,16) Und Paulus forderte in unserem Andachtswort die Gläubigen auf, die Lüge abzulegen und die Wahrheit zu reden. Wir sollen unser neues Leben mit Christus leben und den „neuen Menschen“ anziehen in „Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Eph 4,24).

Ehrlichkeit lohnt sich, denn sie entlastet von Schuld befreit von Versteckspielen und ermöglicht es, dem anderen in die Augen zu sehen. Wir brauchen nicht mehr mit Halbwahrheiten und Notlügen zu hantieren. Wie schön wäre es, wenn alle nach diesem Prinzip lebten! Wir würden keine Gerüchte mehr in die Welt setzen, könnten den Berichten der Zeitungen glauben und die Gerichte hätten weniger zu tun. Dann gäbe es tatsächlich eine bessere und gerechtere Welt.

Diese Vision wird anscheinend in dieser Welt nicht mehr Realität werden. Umso mehr sind Christen herausgefordert, mutig Zeichen zu setzen und nach biblischen Grundsätzen zu leben. „Wahrhaftigkeit und Offenheit sollten all diejenigen beherzigen, die behaupten, Nachfolger Christi zu sein“, schrieb Ellen G. White. „Gott zu fürchten und das Richtige zu tun, sollte das Motto sein. Verhalte dich ehrlich und gerecht in dieser bösen Welt.“ (Advent Review and Sabbath Herald, 29. Dez. 1896)

Roland Nickel

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung 

Die hier wiedergegebene Andacht ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.

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