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20-09-13 herrlich ausgeschmückt

Autor: caspar 13.09.2020

Vergisst wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit. Jeremia 2,32

Das Brautpaar hatte sich für die geistliche Hochzeitsfeier das über 1.000 Jahre alte Schloss Colmberg ausgesucht, das malerisch über dem gleichnamigen Städtchen thront. In der Schlosskapelle sollte am Sonntagnachmittag die Trauung stattfinden. Ich war gerade dabei, die Ansprache zur Trauung noch einmal durchzugehen, als mich gegen zehn Uhr die Braut anrief: Sie sei schon im Schloss, um noch einige Vorbereitungen zu treffen, und hätte jetzt erst entdeckt, dass sie ihren Brautschleier vergessen hätte. Sie beschrieb mir genau, wo ich ihn finden würde und wie ich durch eine Kellertür in das allein am Hang stehende Haus gelangen könnte. Ich war rasch am Haus, aber was die Braut mir nicht gesagt hatte: Ein großer Hund bewachte es. Bellend sprang er aus der Kellertür. Ich rief bei der Polizei an, bat um Hilfe und lobenswert schnell war ein Streifenwagen mit zwei Beamten zur Stelle. Zu dritt waren wir zwar genauso hilflos, aber ich hatte einen Plan, der mit Gottes Hilfe gelingen könnte: Wenn wir uns entfernten, würde der Hund, so hoffte ich, wieder in den Keller zurückgehen. Ich würde dann versuchen, die Kellertür zu schließen und mit Billigung und Hilfe der Polizisten über eine Leiter in das halb offene Giebelfenster einsteigen. Dahinter musste der Brautschleier liegen. Der Plan gelang und es wurde sogar lustig, als ich mit dem Brautschleier auf dem Kopf die Leiter hinunterstieg. Dass eine Braut ihren Schleier vergisst, kommt wirklich äußerst selten vor, aber dass ein Volk seinen allmächtigen Gott vergisst – gibt es so etwas? Leider geschah es immer wieder und es geschieht bis heute. Doch den Rückfall in ein Leben ohne Gott zu beklagen, bringt uns nicht weiter. Nützlicher wäre es, in das eigene Leben zu schauen, in welchen Bereichen wir uns auch von Gott entfernt haben oder wovon wir ihn ausschließen. Wenn wir aus der Geschichte lernen und Gott bitten, uns zu helfen, ihm treu zu bleiben, wird er uns eines Tages zu dem großen Hochzeitsfest einladen, das für seine Brautgemeinde vorbereitet ist (Offb 19,7.9). Schleier brauchen wir dann nicht und für das weiße Kleid seiner Gerechtigkeit, das dort jeder unbedingt benötigt, sorgt er selbst (Offb 7,9). Gerhard Zahalka

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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