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19-05-26 über meine Grenzen

Autor: caspar 25.05.2019

Aber er hat zu mir gesagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir." Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir. 2. Korinther 12,9 (Hoffnung für alle)

„Was bin ich eigentlich für eine Idiotin?" – so lautete die interessante Überschrift eines Artikels zum Thema Selbstkritik (Melanie Wolfers, in: BRIGITTE 1/2017, Verlag, S. 94). Ja, genau! Wie oft habe ich mich schon über mich selbst geärgert: zu spät gekommen, Unterlagen zu Hause vergessen, die U-Bahn knapp verpasst, die Brille verlegt, den wichtigen Anruf nicht erledigt, den Partner gekränkt ...

„Warum sind wir Menschen uns selbst so oft ‚ziemlich beste Feinde' mit unserer unerbittlichen Selbstkritik?", fragt die Autorin. Ja, es kann wirklich schwierig sein, mit sich selbst und den eigenen Unzulänglichkeiten Frieden zu schließen. So wird eine an sich gesunde und notwendige Selbstkritik oft zur Selbstabwertung.

Doch „eigene Grenzen sind nicht nur zum Überwinden da – sondern auch zum Akzeptieren." Ein wichtiger Gedanke. Die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit, meiner Gesundheit, meines Charakters, meiner Tragfähigkeit markieren meinen individuellen Raum, in dem ich mich bewegen kann. Ich bin nicht weniger wertvoll, wenn ich in engeren Grenzen lebe, ich darf sein, wie ich bin. Und ich darf auch so, wie ich bin, zu meinem Gott kommen.

Neben dem Aspekt der eigenen Begrenzungen, die auch der Apostel Paulus, Verfasser des obigen Textes, oft schmerzlich empfunden hat, gibt es jedoch noch eine andere Perspektive: „Gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir."

Mit dieser göttlichen Kraft darf ich erleben, wie ich meine Grenzen akzeptieren und dennoch auf wundersame Weise über sie hinauswachsen kann. Gott öffnet mir eine Tür, schickt mir einen Menschen, versorgt mich mit zusätzlicher Energie. Er hat mehr als tausend Möglichkeiten, seine Kraft in mir wirken zu lassen. Ich kann nur staunen, wie er meine Begrenzungen erweitert und was er aus meinem Leben machen kann. Ich bin sicher, auch aus diesem Tag kann er etwas Wunderbares entstehen lassen, gute Begegnungen, Anstrengungen, die sich lohnen. Wenn sich der allmächtige Gott zu mir schwachem Menschen herabneigt, dann nämlich wirkt die Kraft Christi in mir.

Heidemarie Klingeberg

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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