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Dein Reich komme.

Autor: caspar 14.01.2019

Dein Reich komme. (Matthäus 6,10)


Wenn ich an die Losung 2016 zurückdenke, stelle ich fest, dass mich dieser Text zwar 366 Tage lang begleitet hat, ich aber Gottes beginnende Herrschaft nur selten gespürt habe. Wie oft habe ich schon das Vaterunser gebetet und die Zeile vor mir und Gott aufgesagt? Ist mir als Christ bewusst, dass mit der flehentlichen Bitte an Gott „Dein Reich komme" – wie Luther es übersetzte – gleichsam eine Aufforderung an mich einhergeht? Dass ich mich also selbst ermahne, für den Beginn der Gottesherrschaft im Jetzt meines Lebens und in dem meiner Mitmenschen einzutreten?

Regelmäßig beklagen wir uns über die sozialen Zustände innerhalb unserer Gesellschaft und in anderen Ländern. Wir sammeln Geld für Bedürftige in nah und fern. Das ist auch gut so – keine Frage! Aber soll das schon alles sein, was wir tun können? Richte ich damit Gottes Herrschaft auf dieser Welt und in meinem Leben auf? Ich will das nicht bestreiten und dennoch einen Schritt weitergehen: „Lass uns deine neue Welt beginnen", kann es auch heißen.


Gelegentlich merke auch ich, dass ich mich zu stark von dem Gedanken leiten lasse: Wenn Gottes neue Welt  anbricht, wird schon alles besser werden! Das hat Jesus aber sicherlich nicht gemeint, als er seinen Jüngern einen Ratschlag für ihre Gebetszeit gab. Prokrastination (das Aufschieben einer Sache auf den nächsten Tag) kann auch den Christen träge werden lassen.

Heute ist der Tag, an dem wir einen Unterschied machen können. Wenn ich an die Momente im Jahr 2016  zurückdenke, in denen ich gemerkt habe, dass Gottes Reich in meinem Leben im Schon-Jetzt „am Wirken dran ist" (wie es treffenderweise im Ruhrgebiet heißt), dann waren es die Momente, in denen ich die Vielfalt der Christenheit in meiner Stadt erleben durfte. Als wir uns gemeinsam während der Gebetswoche der Evangelischen Allianz zusammen zum Gebet für die Belange unserer Stadt trafen. Die Christen an meiner Uni, die sich auf dem Campus treffen, um für die Uni, die Dozenten und die Kommilitonen zu beten, zeigten ein Stück von diesem Reich Gottes
schon hier.

In diesen Momenten durfte ich durch Gottes Gnade erkennen, wie der „Himmel auf Erden" aussieht und was es bedeutet, Gottes Reich hier, mitten unter uns, zu bauen. Gemeinsam ist es einfacher, Gottes Herrschaft in unserem Leben und unserer Gesellschaft beginnen zu lassen. Ja, dein Reich komme. (Stefanie Lindheim)

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

 

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