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23-11-26 Freiheit nach innen, Freiheit nach außen

Autor: caspar 26.11.2023

Gruppe von Fliegenpilzen

Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. Jakobus 3,14.16

Wer würde von sich selbst zugeben, neidisch zu sein? Wohl kaum jemand, denn Neid ist ein Laster, gilt gar als Todsünde und Paulus deklariert ihn eindeutig und direkt als ungeistlich, das heißt, er entspringt unlauteren Motiven. Manche meinen, Neid sei die erste Sünde jenseits von Eden gewesen: Kain erschlug Abel aus Neid. Das klingt ziemlich niederschmetternd und verloren. Habe ich mich einer Todsünde schuldig gemacht, als ich als Teenager neidisch auf meine Schulkameraden mit Markenturnschuhen war? Absolut nicht, es war eher ein blödes Gefühl, weniger zu haben oder schlechter im Sport zu sein. Seit einiger Zeit wird diskutiert, ob Neid der eigentliche Motor des Fortschritts ist, weil er auch schöpferische Leistung in Gang setzen kann. Jakobus hält uns den Spiegel vor und sagt, wir sollen uns nicht in die Tasche lügen: Neid ist bitter, nagt an unserem Herz und führt zu Chaos und bösen Dingen. Keine Schönfärberei, sondern helfende Direktheit. Beobachtest du Streit oder Bitterkeit bei dir oder dass es einfach unrund oder chaotisch läuft? Vielleicht hängt es mit dem Gefühl zusammen, dauernd benachteiligt zu sein, zu kurz zu kommen. Da kann schnell ein seelischer Dauerschmerz entstehen, weil man sich mit allem und jedem vergleicht und sich Dutzende Ungerechtigkeiten auftürmen. Treffend skizziert der Soziologe Wolfgang Sofsky: „Aber plötzlich versetzt ihn [Neid] der bloße Anblick des anderen in kalte Wallung. Der Anlass kann nichtig, der Gegenstand winzig sein, unversehens sieht er sich in den Schatten gestellt. Fremdes Glück ist sein Unglück. Er wünscht ihm alles Übel auf Erden. Dafür verachtet er sich, und diese Verachtung zerfrisst seine Seele [...] Neid schlägt das Denken in seinen Bann, lenkt Wahrnehmung und Fantasie. Wie ein innerer Zwingherr regiert er Körper, Gefühl und Verstand." (Wolfgang Sofsky, Das Buch der Laster, 2009) Unser Bibeltext sagt: Lass die Wahrheit in deinem Leben zu. Sei Gott dankbar für die vielen guten Dinge, die er dir bisher geschenkt hat und heute noch schenken wird. Das entlastet, schenkt innere Freiheit und eine wohltuende Ausgeglichenheit. Mit Jesus hat dir Gott alles geschenkt, was du wirklich brauchst. Du kommst nicht zu kurz, du bist gesegnet!

Johannes Naether

Bibellese:
Morgens: Hesekiel 34–36
Abends: Hebräer 10,19–39

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung 

Die hier wiedergegebene Andachte ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.  

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