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23-04-30 Glaube einfach jeden Tag

Autor: caspar 30.04.2023

Schilfgras

Jesus nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorf hinaus. Dann strich er etwas Speichel auf seine Augen, legte ihm die Hände auf und fragte: „Kannst du etwas sehen?" Der Mann blickte auf. „Ja", sagte er, „ich sehe Menschen herumlaufen. Aber ich kann sie nicht klar erkennen. Es könnten genauso gut Bäume sein." Markus 8,23–24 (Hoffnung für alle)

Das ist eine eigenartige Heilung. Bevor der Mann klar sehen kann, erscheint ihm alles in einem trüben, nebligen Bild. Zuvor sah er gar nichts und jetzt sieht er die Menschen, als ob Bäume herumgingen. Jesus hat mit seinen Heilungen auch immer eine Botschaft verbunden und ich frage mich: Was wollte Jesus mit dieser schrittweisen Heilung sagen? Der Speichel ist eine symbolische Handlung, die ausdrückt, dass das, was aus dem Mund Jesu kommt, sehend macht. Und doch kommt es nicht gleich zu einer vollständigen Gesundung. Wie kann man das auf unser geistliches Leben übertragen? Sich auf Gott einzulassen kann ein Gefühl von Unsicherheit auslösen. Manche Christen sind frustriert, weil ihre Fragen nicht geklärt sind und sie von einer möglichen Antwort nur ein verschwommenes Bild haben. Andere sind entmutigt, weil ihre Gebete nicht so beantwortet werden, wie sie es sich erhofft haben. Sie alle sind zwar von Jesus berührt worden, sie glauben an ihn, aber sie sehen „Menschen wie Bäume herumgehen". In der Geschichte der Heilung des Blinden sollte man aber bedenken, dass sein trüber Blick Teil eines Fortschritts war, denn vorher hatte er gar nichts gesehen. Wer sich mit einem Thema gar nicht beschäftigt, hat auch kaum Fragen. Erst wenn ich mich einem Bereich zuwende und mich orientiert habe, kommen Unklarheiten auf. Erst dann weiß ich, was ich alles nicht weiß. Im Glaubensleben Fragen zu haben ist also vielmehr Teil des Fortschritts und nicht des Stillstands. Ob ich nun in der Bibel Widersprüchliches finde oder in meinem Glaubensleben Unsicherheiten aufkommen – es gehört dazu und ist Teil des Reifeprozesses. Wie wäre es, wenn wir manche „Bäume" als erste Zeichen des Fortschritts akzeptierten? Jesus hat für uns eine Lösung und kann unsere Fragen beantworten. Entweder in dieser Welt oder wenn er uns bei seiner Wiederkunft ein zweites Mal berührt.
Peter Zaiser

Bibellese:
Morgens: 1. Könige 12–13
Abends: Lukas 22,1–23

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung 

Die hier wiedergegebene Andachte ist aus dem Andachtsbuch des Advent-Verlag Lüneburg entnommen. Die folgenden Links führen zu verschiedenen Versionen des aktuellen Andachtsbuchs: als Buch, als PDF.

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